Gurtenfestival Bern

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Seit Wochen....nein Wochen sind untertrieben! Seit Monaten freuten wir uns auf dieses eine Wochenende. Vier Tage in eine andere Welt eintauchen und einfach geniessen. Weit weg von Stress, Sorgen und dem Alltag. 

Mit Sack und Pack gings dann am Donnerstagmittag nach Bern. Kurz das Gepäck in unserem viertägigen Daheim verstauen und ab auf den Berg. Pünktlich zur Show von Frank Turner & The Sleeping Souls haben wirs dann auch noch nach oben geschafft. Gekannt haben wir ihn bis zu diesem Tag noch nicht. Uns hat es definitiv gefallen! Der Britische Chartstürmer begeisterte mit seiner Art die, trotz schlechten Wetters, gut gelaunten Festivalbesucher. Auf den nächsten Festivalact waren wir gespannt. Bisher haben wir nur Gutes über Nathaniel Rateliff gehört. Als wir dann bei der Zeltbühne angelangt waren, war es schon ziemlich voll. Leider waren viele Leute rundherum mehr daran interessiert sich lautstark zu unterhalten, statt der Musik zuzuhören. Somit verzogen wir uns nach der Hälfte der Show wieder in Richtung Hauptbühne. The Lumineers haben uns ehrlich gesagt etwas enttäuscht. So richtig drangen sie nie zum Publikum durch. Sehr schade! Umso mehr freuten wir uns auf den nächsten Act. Ganze 10 Jahre musste er warten, bis er wieder auf dem Güsche spielen durfte. Ja wir gebens zu, wir lieben Rea Garvey. Mit seiner einzigartigen Art begeieterte er das Publikim vom ersten Moment an, magisch. Ein gut gelungener Querschnitt aus seinen drei Alben und seine Hitsingle "Supergirl" von seiner früheren Band Reamonn standen auf dem Programm. Dieser Hit wurde in Gedenken an Hank Merk zum Besten gegeben. Ein grossartiger Mensch, der seine Karriere im Positiven sehr stark beeinflusst hat. Danke für deine wunderbare Worte lieber Rea!  Auch uns fehlt Hank jeden Tag! 

Seine Show war definitiv unser Highlight des Tages. Das Hightlight für viele Besucher stand aber erst noch bevor. Niemand geringeres als Muse konnten die Organisatoren an diesem Abend als Headliner buchen. Die kalten Temperaturen gehen bei solch einer Show ganz einfach vergesssen. Ihre Show war ein riesen Spektakel. Die vielen Eindrücke mussten wir erstmal verarbeiten. So machten wir uns nachher auf dem Heimweg und neue Energie für den nächsten Tag  zu sammeln. 

Der Freitag startete mit einem ausgiebigen Zmorge und regem Austausch. Schliesslich waren nicht alle von uns schon am Donnerstag auf dem Berg. Kim war am Donnerstag noch in Basel bei Cro und Malky (siehe Blogpost hier). Bei der Gurtenbahn angekommen, staunten wir nicht schlecht, als wir mehr oder weniger direkt durchlaufen konnten, ohne gross anstehen zu müssen. So waren wir sehr schnell beim Festgelände angekommen. Das Wetter war ebenfalls besser als am Vortag. Zumindest blieb es trocken. Wenn sich auch die Sonne immer mal wieder hinter den Wolken versteckte. 

Das erste Highlight des Tages wartete auf der Waldbühne. Die Basler Les Touristes, die am Waldbühnecontest zu den Gewinnern gehörten, durften wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Dass Joris zeitgleich auf der Zeltbühne spielte, wurmte uns doch ein bisschen, war aber dank Ohrwürmer wie "Oh Madame", "Anarchie" und "Openair"schnell vergessen. Die gute Laune der Band sprang schnell auch auf das Publikum über und aus dem 75-minütigen Konzert wurde eine wahre Party. 

Weiter gings anschliessend mit Johnossi auf der Hauptbühne. Bei diesen Schweden wurde uns schnell klar, dass sie unseren Geschmack nicht wirklich trafen. Nach ein paar Songs machten wir uns auf den Weg, etwas zu Essen zu holen und machten es uns anschliessend im Zelt gemütlich. Hier zündeten bald die nächsten Schweden ihr Feuerwerk. Royal Republic brachten die Zeltbühe zum Beben! Wir waren völlig begeistern von ihrer Show. Der Sänger punktete mit witzigen Bemerkungen und dem Einbeziehen des Publikums, das nicht minder begeistert war, als wir. 

Auf der Hauptbühne standen als nächstes Gentleman & Ky-Mani Marley auf der Bühne. Letzterer ist der Sohn des berühmten Reggaemusikers Bob Marley. Nichtsdestotrotz haben wir schnell festgestellt, dass die zwei es nicht vermochten eine Beziehung zum Publikum aufzubauen. Nach dem Cover von "No Woman, No Cry" verzogen wir uns wieder zurück zur Zeltbühne und warteten gespannt auf Annenmaykantereit. Von den Deutschen hatten wir schon viel Gutes gehört und wollten uns nun auch selber von deren Livequalität überzeugen. Die tiefe Stimme des Sängers verursachte Hühnerhaut und lud zum träumen ein. Den Song "Pochahontas" hatten wir noch eine ganze Weile im Ohr :) *Es tut mir leid Pochahontas* 

Nun stand aber eines der ganz ganz grossen Highlights des Wochenendes an: Passenger. Mehr muss man auch eigentlich gar nicht dazu sagen. Die britische One-Man-Show brachte wahre Magie auf den Güsche. Auf der riesigen Hauptbühne versetzte uns Mike Rosenberg (so sein bürgerlicher Name) in eine andere Welt. Er liess uns träumen, mitsingen und in Erinnerung schwelgen. 

Von Wanda bzw. Manillio haben wir nicht mehr sehr viel mitbekommen, da wir mittlerweile zu müde waren und so den Heimweg antraten. 

Ein paar Stunden und eine wohltuende Dusche später sassen wir wiederum beim Frühstück mit frischen Mangos, Wassermelone und Passionsfrüchten, während wir und über das Programm unterhielten. (Ja, wir waren selber erstaunt über unsere gesunde Ernährung während des Festivals! :P ) 

Der dritten Tag auf dem Berner Hausberg war schon wesentlich wärmer als die ersten beiden. Endlich zeigte sich auch die Sonne in ihren vollen Pracht und die Wolken hatten sich endgültig verzogen. Unseren Anfang dieses Festivaltages machten die vier Brüder von 77 Bombay Street. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir sie uns endlich wieder live ansehen. Wir konnten es nicht lassen und hatten uns ein Plätze in der ersten Reihe gesichert. Neben der Show der Jungs waren die Securities ein riesen Highlight. Bei jedem Song haben sie mitgeklatscht oder getanzt und das Publikum in den vorderen Reihen ebenfalls noch animiert mitzumachen. Daumen Hoch an dieser Stelle! :) 

Nach so viel Zeit an der Sonne (wir mussten schliesslich unsere Plätze ganz vorne schon früh sichern) brauchten wir erstmal eine Pause am Schatten. Ebenso durfte der traditionelle Sirup beim M-Budget-Pavillon nicht fehlen :P

Nachdem wir uns erholt hatten, folgte ein Wahnsinnskonzert von Bastille. Wir waren absolut geflasht von der Energie der Band. Unglaublich was da abging. Direkt ohne Pause gings dann weiter auf unsere geliebte Zeltbühne (Wir lieben sie wirklich! Dort haben wir die besten Gurtenkonzerte gesehen). Dort trat unser Namensgeber Bastian Baker mit seiner Band auf. Nachdem er 2012 auf der Waldbühne und 2014 auf der Hauptbühne stand, zeigte er nun wie gesagt auf der Zeltbühne sein Können. Wir sind etwas voreingenommen, wir geben es zu, aber es war eine gute Show und es hat viel Spass gemacht, die Truppe mal wieder in Action zu sehen. Auch hier war leider wieder eine Überschneidung mit dem Hecht-Konzert, die uns extrem gewurmt hat und uns auch die Entscheidung nicht leicht machte. 

Zum Abschluss dieses Tages pilgerten wir nochmals zur Waldbühne, wo Baschi auftrat. Nach neun langen Jahren durfte auch Baschi wieder auf dem Gurten auftreten, was er sichtlich genoss. Auch was die Zuschauer angeht, war der Ansturm auf die Waldbühne riesig. Die Band genoss das Konzert sichtlich und liess die Sau raus. :) 

Danach traten wir unseren Heimweg an, aber anstelle der Bahn, entschieden wir uns dazu, den Fussweg zu nehmen. Ohne Stau oder Unterbrechungen schafften wir es nach Wabern runter und schlussendlich nach Hause ins Bett.

Der vierte und letzte Tag stand früher vor der Tür, als uns lieb war. Nachdem wir unser Gepäck am Bahnhof eingeschlossen hatten, hiess es ein letztes Mal "rauf auf den Berg". Pünktlich zum Auftritt von Namika standen wir wieder bei unserer geliebten Zeltbühne :) Da wir sie letztes Jahr am Energy Stars for Free schon gesehen hatten, und da nicht wirklich begeistert waren, waren wir ihrem Auftritt gegenüber ziemlich skeptisch. Dennoch hatte sie in unseren Augen eine zweite Chance verdient. Und siehe da, man hatte das Gefühl, sie sei im Vergleich zum letzten Mal wie ausgewechselt. Eine coole, solide Performance. Natürlich durfte auch der bekannteste ihrer Songs "Lieblingsmensch" nicht fehlen. Als nächstes war es an John Newman, das Gurtenpublikum zu unterhalten. Wow, was für ein Auftritt. Das Energiebündel sprang und tanzte auf der Bühne rum, während seine einzigartige Stimme das partywillige Gurtenvolk beschallte. 

Weiter gings wiederum auf der Waldbühne mit Nickless. Den Zürcher Sunnyboy konnten wir uns nicht entgehen lassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik wurde es doch noch ein sehr cooles Konzert. Übrigens, wir finden Nickless hat einer der schönsten Banner. Daumen hoch dafür :) 

Wieder bei der Hauptbühne folgte unser absolutes Wochenendhighlight - Mr. James Bay! Ja, wir sind bizli verliebt in seine Musik und seine Stimme. Der gut gelaunte Brite sorgte für eine Riesenstimmung auf dem Berg und spätestens bei "let it go" gabs beim Publikum kein Halten mehr und der Güsche-Chor ertönte. Hühnerhaut pur. Bay unterhielt das Publikum mit witzigen Anekdoten, wie beispielsweise dass dies der wohl beste Sonnenbrand sei, den er jemals hatte. 

Für uns war das der perfekte Abschluss eines genialen Wochenendes. Nach einem feinen Znacht gings dann wieder ins Tal und heimwärts. 

Danke Gurtenfestival 2016 und bis nächstes Jahr! 

 

 

 

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